Strände und Ufer

Auch hier erstmal ein paar Eindrücke, bevor wir die Details deutlich machen.

Die Strände Ghanas stehen stellvertretend für sehr viele Strände. Die Strände die wirtschaftlich, also touristisch von Bedeutung sind, die werden regelmäßig aufgeräumt, deshalb wird man auch im Urlaub selten wirklich mit diesem Problem konfrontiert. Denn wenn die Touristen schlafen, pflügen nicht selten große Zugmaschinen die Strände, die zum Teil sogar gesiebt werden. Dabei werden mitunter sogar die Kippen des Vortages mit rausgesiebt.

Aber an allen anderen Stränden der Erde, die für die einflussreichen Menschen uninteressant sind, da passiert nichts. Besser gesagt, das was passiert, das können wir uns eigentlich nicht vorstellen.

Ob sein Lösungsansatz konsequent der Einzige und Beste ist, gilt es abzuwarten, sicherlich kommen Teile davon zum Tragen. Jedoch wird hier wohl doch etwas mehr Vielfalt benötigt.
Anschließend auch noch ein Ansatz, der uns aber nur helfen kann, auf das wirkliche Problem aufmerksam zu machen. Dazu gilt es aber zu sagen, hier gibt es Ansätze, die global durchaus als Beispiel dienlich sein können.

Aber wollen wir der Thematik mal auf den Grund gehen. Denn mit den Stränden und Uferregionen der Weltmeere, der Seen und der Flüsse dürften die Summe der Strecke leicht im 7-stelligen Kilometerbereich liegen. Alleine der grobe Küstenverlauf der Festlandmasse der Erde, ohne die vorgelagerten Inseln, beträgt über 140.000 km.  Im Verhältnis werden nur wenige Kilometer nicht mit Müll belastet sein, wenn man sich vor Augen führt, das selbst auf dem Mount Everest unvorstellbare Müll-Ansammlungen existieren, was auf die Rücksichtslosigkeit von Menschen zurückzuführen ist, die für ihre Ziele alles andere in den Hintergrund stellen oder ganz ausblenden.

Nun zurück zu den Küsten und Uferregionen. Denn hier ist am meisten kontinuierlich aufzuräumen und dabei reden wir hier nicht nur von den augenscheinlichen Problemen. Der schwimmende Plastikmüll wird angeschwemmt und bedeckt meist weite Bereiche. Dabei sind diese Streifen auch die Kontaktbereiche verschiedener Ökosysteme, die miteinander in einer ökologischen Harmonie sein sollten. Viele Lebewesen des einen Ökosystems partizipieren von der Existenz des anderen Ökosystems und umgedreht. Zudem werden diese Streifen entlang unserer Gewässer von den Mündungen der Müll- und Giftquellen gekreuzt.
Viele ehrenamtlich aktive Menschen sind heute schon überall auf der Welt damit beschäftigt, in ihrer Freizeit Müll zu sammeln und wegzuräumen und wir werden wohl noch sehr lange und immer wieder die gleichen Strände aufräumen müssen. Aufhören wird das erst, wenn von den Gewässern her mit dem Reinigungsprozess angefangen werden kann. Jedoch können wir gerade in den bewohnten Bereichen auch nicht warten, denn hier warten auch noch andere Aufgaben, die wir nur mit sauberen Küsten angehen können und das sind die Mündungen der Müll- und Giftquellen. Hier erwarten uns neben einer nicht zu unterschätzenden Anzahl an Bodenproben auch eine unvorstellbare Anzahl an Bodenreinigungen oder sogar dem Austausch von Böden. Aber diese Arbeiten und Bereinigungen an dieser Stelle zurückzustellen, macht keinen wirklichen Sinn. Von ihnen gehen kontinuierliche Belastungen aus, die aus wissenschaftlicher Betrachtung weit mehr als belastend eingestuft werden.

Den Kritikern die an dieser Stelle das Zeitgefühl verloren haben und diese Ausführung für Blödsinn oder übertrieben ansehen, die möchte ich daran erinnern, wir reden hier von Arbeiten die einige Jahrzehnte andauern werden und dabei sollten wir nichts unbeachtet lassen.

Die Aufgabe, die sich hier vielen Menschen als Erfordernis zeigt, ist eine gut zu koordinierende, aus der Sicht eines Menschenlebens endlos scheinende Aufgabe, die vielleicht unsere Urenkel oder Ururenkel einem mutmaßlichen Ende nahe bringen können, und das wird an unseren Küstenregionen am deutlichsten. Hier sind die Aufwendungen in nahezu allen Bereichen am intensivsten, weshalb hier von vorherein alles am intensivsten und vielfältigsten mitbedacht werden sollte. Ohne dem würde es das Ende dieser Arbeiten unnötig verlängern und unnötig belasten!

Aber auch die Belastung der Sand- und Feinkies-Strände, an denen sich das Kleinst- und Mikroplastik ablagert und nicht mehr vom Sand unterschieden werden kann. Hier sind die oberen Schichten zu einem fixen Zeitraum X zu reinigen. An diesem Beispiel wird einmal mehr besonders deutlich, wie wichtig es ist, diese größte Aufgabe der Menschheit global zu koordinieren, was nur von den Menschen geleistet werden kann.

Wenn wir die Strände und Ufer betrachten gibt es in diesem Bereich einen, dem ein besonderes Augenmerk geschenkt werden sollte, und das sind alle unbewohnten Inseln in unseren Gewässern. Denn die Abfallstoffe kommen auch dorthin,  nur ist dort niemand der sie wegräumen könnte. Hier lauern für die Natur und die Umwelt die größten Gefahren. Denn hier sterben die meisten Seevögel und Amphibien, da es hier die meisten Möglichkeiten gibt, das sie Plastik mit Nahrung verwechseln können. Berichte von solchen Inseln sind erschreckend und sie sind, wie die Wirbel, ein primärer Einsatzbereich, gleichzeitig aber auch bis zur Reinigung der dazugehörigen Meere eine Arbeit, die sich einige Male wiederholen wird und muss. Aber es ist sehr exakt planbar.

Einsame Insel im Pazifik versinkt im Müll

Beitrag aus dem ZDF: Das Meer ist voll Müll – Doku 2014